Neue STOLPERSTEINE in Leipzig am 29. November 2017

 

Bisher liegen 389 STOLPERSTEINE an 157 Orten in Leipzig. Jetzt werden 33 weitere Steine für Opfer der NS-Diktatur folgen. Vor den ehemaligen Wohnorten ermordeter Mitbürger verlegt der Kölner Bildhauer Gunter Demnig diese Erinnerungsmale ebenerdig in den Gehweg.

 

09.30 Uhr
Funkenburgstr. 17

Acht Stolpersteine sollen an die jüdische Familie Rosenzweig erinnern. Einige Familienmitglieder wurden in Treblinka und Auschwitz ermordet.

10.00 Uhr
Humboldtstr. 2

Bereits 1934 musste sich die 10-köpfige Familie Affenkraut trennen, indem die großen Kinder aus Deutschland fliehen konnten. Im Oktober 1938 begann für die Eltern mit fünf ihrer Töchter die Odyssee einer Flucht, die sie nicht überlebten.

10.30 Uhr
Lortzingstr. 11

Baruch und Helene Kalter wurden im Oktober 1938 nach Polen abgeschoben. Die Strapazen der Flucht und Diskriminierung überlebten die betagten Eheleute nicht.

11.15 Uhr
Käthe-Kollwitz-Str. 11

Die Familie Reiß wurde von den Nationalsozialisten als sogenannte „Mischehe“ stigmatisiert. Nach Denunziation und Verhaftung kommt Hermann Reiß im Leipziger Polizeigefängnis 1942 ums Leben. Die Umstände bleiben offen.

13.30 Uhr
Bornaische Str. 75

Auf Grund seiner politischen Aktivitäten in der Illegalität wurde Herbert Thiele 1934 verhaftet. Nach Ende der Haftzeit brachte man den Kommunist nach Buchenwald, wo er 1940 ums Leben kam.

14.00 Uhr
Ludwig-Erhard- Str. / Ecke Ranftsche Gasse

Im September 1942 wurde Fanny Rimalower nach Theresienstadt deportiert. Zehn Tage später starb die über 80-Jährige im Ghetto.

14.20 Uhr
Konstantinstr. 6

Der asthmakranke Jakob Rosenthal starb 1942 entrechtet und gedemütigt im israelitischen Krankenhaus. Seine Frau Johanna wurde in Auschwitz ermordet. Ihrer Tochter Ingeborg gelang 1936 die Flucht nach Palästina.

15.00 Uhr
Humboldtstr. 6

Feiwel Rimalower, Sohn von Fanny Rimalower, wurde systematisch enteignet. Seine drei Kinder konnten gerettet werden. Zusammen mit seiner Frau Marie kam er im besetzten Polen ums Leben.