Werner Schilling

Am 19.8.1917 wurde Werner Schilling in Leipzig-Stötteritz geboren. Seine Kindheit verlebte er in Borna bei seinen Großeltern. Bis 1932 besuchte er die 30. Volksschule in Stötteritz.

Am 13.1.1939 fand die Trauung mit seiner Frau Helga Grossmann statt und beide bezogen eine Wohnung in der damaligen Beaumontstr. 50. Vor dem Krieg arbeitete Werner Schilling als Bürobote in einer Bank.

Am 5.1.1940 mußte er in Hitlers Kriegsdienst eintreten. Lange hat er dies nicht mitgemacht, denn am 20.12.1940 ist er das erste Mal wegen Fahnenflucht verurteilt worden. Das Landgericht Breslau verurteilte ihn zu 7 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus.

1941 entstand in Fulda das Inf.-Ersatz-Bataillon 500, die so genannte „Bewährungstruppe 500“. Häftlinge aus Wehrmachtsgefängnissen wurden in diesen Truppenverband zusammen gezogen. Der Krieg (ver)brauchte Soldaten. Die Haftzeit wurde während des Einsatzes ausgesetzt, aber man konnte durch „Bewährung im Kampf“ seine Strafe löschen oder mildern.

In solch eine „Bewährungseinheit“ kam Werner Schilling.

Nachdem er auch von da wieder geflohen war, wurde er am 10.2.1943 in Leipzig festgenommen. Von einem Außenkommando der Untersuchungshaftanstalt Leipzig floh er am 22.3.1943 erneut.

Die Gestapo schrieb ihn zur Fahndung aus. Im Kreis Johannisburg / Ostpreußen (heute: Pisz) hat ihn die Gestapo am 18.5.1943 festgenommen. Er kam in das Landgerichtsgefängnis Lyck und wurde am 17.9.1943 vom Gericht OFK 225 Skierniewice in der Nähe von Warschau wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt.

Am 24.7.1944 wurde das Urteil an dem jungen Mann im Zuchthaus Brandenburg vollstreckt.