Dr. Felix Benno Cohn

Felix Cohn (Jg. 1891) wurde in Memel geboren. Mit seiner Ehefrau Margarete ließ er sich ab Mai 1923 in Leipzig nieder. Hier hat er sich als Hals-, Nasen- und Ohrenarzt spezialisiert. Die Tochter Rosa Eva Leonore wurde 1925 und der Sohn Hans Georg im Jahre 1927 geboren. Jetzt benötigte die Familie eine größere Wohnung und zog 1929 in das Haus Nordplatz 3.

Dr. Felix Cohn stand vermutlich dem liberalen Teil des Leipziger Judentums nahe, denn er war u.a. Mitglied des „Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.V.“. Er gehörte zu den Leipziger jüdischen Ärzten, die nach 1938 mit der Ausnahmegenehmigung täglich zwei Stunden für die noch in Leipzig lebenden Juden praktizieren durften.

In den frühen Morgenstunden des 10.9.1938 stürmte die Gestapo mit Waffengewalt seine Praxis. Seine Mörder schossen durch die hölzerne Praxiseingangstür, hinter der der Arzt stand. Schwer verwundet starb Dr. Felix Cohn wenig später im Polizeigefängnis in der Wächterstr. 3/5 im Alter von 46 Jahren.

Dr. Cohn war das erste und bisher einzig nachweisbare Todesopfer, welches das Wüten der Nazis in und unmittelbar nach der Pogromnacht in Leipzig forderte.