Julius und Rosalie Krause

Geboren wurde Julius Krause am 7. März 1882 in Wollstein / Provinz Posen. Er erlernte den Maurer-Beruf und studierte an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg Architektur. Hier hatte er Kontakt zu den Gewerkschaften und wurde Mitglied der SPD. In Berlin arbeitete er als Bauführer und Architekt bei der preußischen Bauverwaltung. 1910 siedelte er nach Leipzig über und machte sich 1919 mit einer Firma für Eisenkonstruktionen selbständig, die 1928 in Liquidation ging. Danach betrieb er ein technisches Baubüro.

In Leipzig engagierte Julius Krause sich als sowohl als 1. Vorsitzender der Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V.) als auch in der SPD. Er war 1923 bis 1924 und 1926 Stadtrat und von 1930 bis 1933 ehrenamtliches Ratsmitglied. Als Jude musste er 1933 sein Mandat niederlegen. Auch beruflich bekam er Schwierigkeiten. So schlug er sich jetzt als Handelsvertreter und Buchhalter durch.

Wann und wo Julius Krause die am 8. August 1893 in München geborene Rosalie Adler geheiratet hat, konnte bisher nicht ermittelt werden. Auf jeden Fall lebten beide ab den 20er Jahren in Leipzig. Ihre Ehe blieb kinderlos.

Unmittelbar nach der Reichspogromnacht wurde Julius Krause am 10. November 1938 aus seiner Gohliser Wohnung geholt, verhaftet und nach Buchenwald verschleppt. Hier verstarb er (56 Jahre) am 16. November 1938.

Rosalie Krause (45 Jahre) starb am 8. Januar 1939 an den Auswirkungen dieses Terrorakts.