Jacob, Fanny und Helene Zwick

Jacob Zwick wurde am 19.11.1889 in Biszcza (Russ.-Polen) geboren und seine Frau Fanny Gitel am 6.9.1894 in Leipzig. Die Eheleute hatten fünf Kinder: Moritz, Helene, Isi, Akiba und Blümchen. Helene, geboren am 26.2.1922, war die zweitälteste.

Der Vater entstammte einer orthodoxen Familie, und so wurden die Kinder auch erzogen.

Jacob Zwick besaß eine Rauchwarenfirma am Brühl, die 1939 zwangsliquidiert wurde. Seine Frau arbeitete in seinem Geschäft mit. Seit 1933 lebte die Familie in der Liviastraße 2.

Bis 1936 besuchte Helene die 32. Volksschule in der Yorckstraße. Danach ging sie nach Wolfratshausen bei München und absolvierte die Jüdische Wirtschaftliche Frauenschule, von wo sie Mitte Oktober 1938 nach Leipzig zurückkehrte.

„Bis die Ereignisse uns alle zu ängstlichen Menschen gemacht hatte, war Leni ein sehr fröhliches Mädchen, und sie hatte vor allem sehr viel Humor“, erinnert sich ihre Schwester Blümchen. Am 28.10.1938 wurde die Mutter mit vier Kindern, darunter Helene, im Zuge der so genannten „Polenaktion“ nach Polen abgeschoben. Nach zehn Monaten durfte sie jedoch nach Leipzig zurückkehren.

Jacob Zwick versuchte 1939 in die Niederlande zu fliehen. Er wurde jedoch gefasst und ausgeliefert. Am 11.7.1940 (50 Jahre alt) kam er im KZ Sachsenhausen ums Leben.

Helene wurde zum 1.1.1941 zur Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik der Siemens AG in Berlin verpflichtet. Als die Mutter von der bevorstehenden Deportation ihrer Tochter erfuhr, fuhr sie nach Berlin, in der Hoffnung, sie beschützen und sich mit ihr verstecken zu können. Es sollte nicht gelingen …

An ihrem 21. Geburtstag, dem 26.2.1943, wurde Helene Zwick mit dem „42. Osttransport“ von Berlin nach Auschwitz deportiert. Am 27.2.1943 erreichte der Zug sein Ziel. Man muss davon ausgehen, dass Helene unter den 651 Männer, Frauen und Kindern war, die unmittelbar nach Ankunft in den Gaskammern ermordet wurden.

Fanny Zwick (48 Jahre) kam am 27.2.1943 in das Polizeihaftlager Dresden-Hellerberg und am 1.3.1943 nach Auschwitz …

Den Brüdern Moritz, Isi und Akiba gelang die Auswanderung nach Palästina. Die Schwester Blume Zwick, heute Irit Rosenberg, entkam Deutschland 1941 von Berlin aus. Es war der letzte Mädchentransport mit 16 Mädchen. Nach Jahren der Flucht über Slowenien, Kroatien, Italien und die Schweiz konnte sie nach 1945 nach Haifa ausreisen, wo sie noch heute lebt.