Leiser Mendel Buchsbaum

Die Eltern von Leiser Mendel Buchsbaum, genannt "Menni" wurden in Gorlice, Galizien – damals Österreich, geboren. Sie kamen nach ihrer Eheschließung nach Leipzig und wurden hier sesshaft. 1912 wurde der Vater ins österreichische Heer eingezogen. Die Mutter kehrte zurück nach Gorlice zu ihren Eltern.

Am 24.3.1912 wurde Menni, 1914 seine Schwester Hanni geboren.

Nach Ende des 1. Weltkrieges und der Entlassung des Vaters aus italienischer Kriegsgefangenschaft kehrte die Familie nach Leipzig zurück.

Hier wurde 1922 Wolf (heute Zeev) Buchsbaum geboren, der die beiden großen Geschwister als Erwachsene in Erinnerung hat.

Menni lernte das Kürschnerhandwerk und arbeitete am Brühl. Er hatte, anders als sein kleiner Bruder, der schon als Kind glühender Zionist war und nach Palästina auswandern wollte, seine Zukunft in Leipzig geplant.

Erst 1939 ging er nach Steckelsdorf bei Rathenow in das Hachschara-Landwerk (Vorbereitungslager für eine Auswanderung nach Palästina), da er keine andere Möglichkeit sah, Deutschland zu verlassen. Im Herbst 1940 wurden die meisten Bewohner des Landwerks Steckelsdorf zur Zwangsarbeit in die Rathenower optische Industrie verpflichtet.

Am 11.7.1942 wurde Menni Buchsbaum (30 Jahre) gemeinsam mit anderen Steckelsdorfern nach Osten deportiert.

Vermutlich hat er nie erfahren, dass seit 1941 in einer Schweizer Bank ein Affidavit samt Geld für die Überfahrt in die USA hinterlegt war, das eine dort lebende Tante geschickt hatte.

Quelle: Ephraim-Carlebach-Stiftung