Elsa Knabe

Auch Menschen, die durch ihren Lebenswandel auffielen und dadurch nicht in den Anspruch der nationalsozialistischen Ideologie passten, wurden ermordet.

 

Elsa Knabe, geboren am 5.6.1910 in Leipzig, wurde 1937 als „Geistesschwache“ entmündigt, nachdem die städtische „Fürsorgestelle für Gemüts- und Nervenkranke“ an den Staatsanwalt beim Landgericht geurteilt hatte, sie „bedarf der Entmündigung, weil sie ... zur Verwahrlosung neigt und sich unfähig gezeigt hat, einen geordneten Lebenswandel zu führen. Darüber hinaus wirkte sie wegen ihrer sexuellen Verwahrlosung und Haltlosigkeit ... für die öffentliche Volksgesundheit weitgehend gefährlich ... Sie ist selber für ihren Lebenswandel aufgrund ihrer Charaktereigenschaften uneinsichtig und würde gänzlich verwahrlosen, wenn sie sich selbst überlassen bliebe.“

Elsa Knabe wurde in die Städtische Arbeitsanstalt in der Riebeckstraße eingewiesen. Anfang 1940 wurde ihre Akte an den „Reichsausschuß zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“ nach Berlin gegeben. Damit war sie in den Fängen des systematischen Mordens der Aktion T4.

Am 19.12.1940 wurde sie aus der Arbeitsanstalt in die Heil- und Pflegeanstalt Zschadraß verlegt und am 10.2.1941 in die „Heilanstalt“ Pirna-Sonnenstein.

 

Am 22.2.1941 wurde sie im Alter von 31 Jahren ermordet. Die Grabkarte im Leipziger Friedhofsamt weist aus Tarnungsgründen Hartheim als Einäscherungsort aus.

 

Quelle: Christoph Buhl