Georg Schwarz

Georg Schwarz war sozialdemokratischer, später kommunistischer Politiker und beteiligte sich in Leipzig aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Er wohnte in der Gundorfer Straße, die im August 1945 nach einer Unterschriftensammlung der Anwohner in Georg-Schwarz-Straße umbenannt wurde. Das Stadion der BSG Chemie Leipzig (der Verein hieß zu diesem Zeitpunkt noch SG Leutzsch) erhielt 1949 den Namen Georg-Schwarz-Sportpark.

Georg Schwarz, geboren am 27.3.1896 in Zwenkau, lernte den Bäckerberuf und nahm als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. Von der Front kam er als Kriegsgegner zurück und begann sich nach dem Ende des Krieges zunehmend politisch zu engagieren. Im Jahr 1918 trat er zunächst der SPD bei, im Jahr darauf wechselte er zur USPD. 1920 wurde er Mitglied der KPD.

In Leipzig arbeitete Schwarz als Metallarbeiter in der Firma „Schumann & Co.“, wo er als Betriebsratsmitglied nach einem Streik entlassen wurde. Ab 1921 war er in der Leutzscher Eisengießerei „Max Jahn“ beschäftigt. Hier wirkte er nebenbei als Zellenleiter der KPD, Gewerkschaftsfunktionär und Betriebsratsvorsitzender. Im Jahr 1929 wurde Schwarz als Abgeordneter der KPD in den Sächsischen Landtag gewählt. Zudem koordinierte er bis 1933 als Politischer Sekretär die kommunistische Parteiarbeit in den Bezirken Leipzig, Flöha und Zwenkau.

In direkter Folge der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Schwarz in der Nacht vom 1. zum 2. März 1933 verhaftet und blieb bis 1934 in den Konzentrationslagern Hohnstein und Sachsenburg inhaftiert. Nach seiner Freilassung unterstützte er aktiv den illegalen Wiederaufbau der KPD-Organisationen in Leipzig und wirkte ab 1937/38 an deren Spitze mit.

Nachdem er 1942 Kriegsdienst absolvieren musste, schloss er sich 1943 der Widerstandsgruppe um Georg Schumann, der sogenannten Schumann-Engert-Kresse-Gruppe, an, welche im Leipziger Raum tätig war und als eine der größten kommunistischen Widerstandsgruppen galt. Zur Arbeit des Widerstands gehörte das Verteilen von Flugblättern und Verbreiten von Informationen. Schwarz arbeitete auch unter französischen Zwangsarbeitern in Espenhain, die er mit politischen Neuigkeiten versorgte. Ab März 1944 war er außerdem noch für kurze Zeit Mitherausgeber der illegal erscheinenden Zeitung Widerstand gegen Krieg und Naziherrschaft.

Im Juli 1944 wurde Georg Schwarz ebenso wie die meisten anderen Mitglieder der Gruppe verhaftet. Am 23. und 24. November verurteilte der Dresdner Volksgerichtshof die Widerstandskämpfer zum Tode. Die Urteile gegen Georg Schumann, Otto Engert und Kurt Kresse wurden am 11. Januar 1945 im Hof des Dresdner Landgerichts vollstreckt. Georg Schwarz (48 Jahre) wurde am 12. Januar 1945 gemeinsam mit William Zipperer, Arthur Hoffmann, Alfred Frank, Karl Jungbluth, Richard Lehmann, Wolfgang Heinze und anderen Widerstandskämpfern hingerichtet.

 

Recherche: Faninitiative „Bunte Kurve“