Olla (Olga) und Ludwig Bamberger

Erstmals werden auch in der Stadt Markkleeberg Stolpersteine verlegt und zwar für die jüdischen Eheleute Olla und Ludwig Bamberger, die Ihren letzten freien Wohnsitz in der heutigen Hauptstraße 3 in Markkleeberg hatten. Seit 1911 führten sie in Leipzig das Herrenkonfektionshaus Bamberger und Hertz. Bald wurde das Gebäude am Augustusplatz in der Leipziger Innenstadt zum Hauptsitz des Unternehmens und war als Kaufhaus Bamberger und Herz allgemein bekannt. 1927 gehörte das Unternehmen laut Bankendossiers zu den führenden und damit bedeutendsten Konfektionshäusern Deutschlands.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann der allmähliche Ausschluss der jüdischen Geschäftsleute, bis in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 das Kaufhaus angezündet und damit der wirtschaftliche Zusammenbruch der Bambergers besiegelt wurde. Das Feuer, das die Nazis am 10. November im Geschäftshaus am Augustusplatz gelegt hatten, wurde unerhörterweise auch noch den Besitzern angelastet und diese dafür in Haft genommen. Die darauffolgende Enteignung des Unternehmens wurde nun regelrecht durchgepeitscht - in Abwesenheit der (verhafteten) Besitzer.

Im Sommer 1942 verschlimmerte sich die Situation der Familie Bamberger. Vom letzten Domizil, dem "Judenhaus " Jacobstraße 7 wurden sie, nach Abschluss eines so genannten "Heimeinkaufsvertrages", in dem die Familie Bamberger wie Tausende andere Opfer ihren Transport und die Unterkunft in Theresienstadt selbst finanzieren mussten, wurden sie am 19.9. 1942 mit 474 weiteren Leidensgenossen nach Theresienstadt deportiert. Ludwig Bamberger starb dort 1942, seine Frau Olla 1944.

Die Kinder der Familie Bamberger konnten gerettet werden. Henry absolvierte zu jener Zeit glücklicherweise eine Lehre in der Schweiz, seine Schwester gelangte bereits 1939, 11- jährig, mit einem Kindertransport nach England. Sie lebt heute in Kfar Blum in Israel; Henry Bamberger lebt in Los Angeles.