Abraham, Golda und Jakob Landsberg

Abraham Landsberg wurde am 20.12.1893 in Piotrkow Trybunalski (Petrikau), Russ.-Polen, geboren.

Seine Ehefrau Golda, geb. Berger, stammt ebenfalls aus Polen. Sie wurde am 22.2.1889 in Checiny geboren. Nach dem I. Weltkrieg kam die junge Familie nach Leipzig. Ihre erste Tochter kam am 15.1.1916 in Piotrkow Trybunalski zur Welt, die anderen drei Kinder in Leipzig: Moritz am 22.10.1921, Jakob am 1.5.1923 und Sarah (verh. Holzer) am 17.1.1925.

Abraham Landsberg  arbeitete als Vertreter und war Fellhändler. In den 1930er Jahren hatte er ein Geschäft für Wollwaren im Goldhahngäßchen 8. Die Straße war vor der Bombardierung Leipzigs eine Verbindungsstraße zwischen Nikolaistraße und Reichsstraße.

Die Familie hatte die polnische Staatsangehörigkeit und wurde am 28.10.1938 aus Deutschland abgeschoben. Sie kam in ein jüdisches Flüchtlingslager nach Będzin (Bendsburg). Kurz vor Kriegsausbruch konnte die älteste Tochter Fanny mit Hilfe des Jugendverbandes „Hechaluz“ illegal aus Polen herausgeschmuggelt werden und nach Israel ausreisen.
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Polen kam die Familie in ein Ghetto in Oberschlesien.
Vermutlich 1942 kam Jakob Landsberg in das Zwangsarbeitslager Blechhammer in der Nähe von Cosel. Von ihm hörte die Familie nie wieder etwas. Jakob Landsberg war 19 Jahre alt.

Im Sommer 1943 wurden die Eltern mit ihrer Tochter Sarah nach Auschwitz deportiert. Die von der Not stark geschwächten Eltern kamen mit ihrer Ankunft am 8. August 1943 in die Gaskammern. Abraham Landsberg war 49 Jahre alt, Golda Landsberg 53 Jahre.
Sahrah Landsberg überlebte Auschwitz und sie überlebte den „Todesmarsch“ nach Bergen-Belsen. Sie wurde am 11.4.1945 durch englische Truppen befreit.
Moritz Landsberg kam in das KZ Buchenwald, was er überlebte.

Quelle:
- Sarah Holzer: Fahren Sie doch mit uns …! In: Sylvia Kabus : Wir waren die Letzten …: Gespräche mit vertriebenen Leipziger Juden, Beucha 2003
- Recherchen von Ellen Bertram