Freide Frieda Littmann (geb. Gerson)

Freide Frieda Littmann wurde 1873 als „Findelkind“ in Oświęcim (Auschwitz) gefunden. Die näheren Umstände sind nicht bekannt, weshalb man das Geburtsdatum auf den 1.1. festlegte.

Mit 17 Jahren kam sie nach Deutschland und heiratete den Artisten Karl Littmann. Aus der Ehe entstanden 6 Kinder, von denen zwei sehr jung starben. Ihr Mann trennte sich von ihr und starb bereits im Jahr 1928. Sie war „Händlerin“ und wohnte ab 1934 in der Nürnberger Str. 23.

Eine Nachbarin denunzierte sie, weil sie keinen „Judenstern“ trug und den Zwangsnamen „Sara“ nicht benutzte. Am 8.9.1942 musste sie sich dafür vor der Gestapo erklären. Von dem Gespräch zurück, kam es im Wohnhaus zu einem Wortgefecht mit der Denunziantin. Diese stellte Strafanzeige.

Am 16.9.1942 wurde Freide Littmann verhaftet und am 21.9.1942 wegen „Beleidigung deutsch-blütiger Frauen“ zu einer Geldstrafe und drei Wochen Haft verurteilt. Die Strafe wäre am 20.10.1942 abgelaufen, doch zuvor wurde Frau Littmann erneut der Gestapo zugeführt.

Am 9.12.1942 wurde sie mit einem Transport nach Auschwitz deportiert, wo sie 70jährig am 11.1.1943 ums Leben kam.

 

Recherchen: Alexandra Schmidt (Enkelin)

Pate: Kirchenvorstand St. Nikolai