Karl Kurt Herbert Weil

Karl Kurt Herbert Weil wurde am 04.06.1902 in Frankfurt am Main geboren. 1924 zog er nach Leipzig und heiratete am 20.12.1924 seine Ehefrau Helene, eine Nichtjüdin.

Herr Weil, ursprünglich jüdischen Glaubens, trat bereits 1932 aus seiner Religionsgemeinde aus, um sich am 25.11.1933 christlich taufen zu lassen. Obwohl Kirchenaus- und Neueintritt auf seiner Meldekartei des sächsischen Staatsarchivs dokumentiert sind, weist diese ihn als sogenannten „4/4, also Volljuden“ aus.

Von Beruf war er Kaufmann mit einem Geschäft am Johannisplatz 11. Während des Naziregimes musste er Zwangsarbeit als Lederarbeiter und beim Tiefbau leisten.

1940 wurde die Ehe von seiner Frau Helene, vermutlich auf Betreiben der Nazis hin, geschieden. Bis zur Scheidung lebten die beiden gemeinsam in einer Wohnung in der Adolf-Hitler-Straße 141, heute Karl-Liebknecht-Straße.
Danach musste Herr Weil in verschiedenen sogenannten „Judenhäusern“ leben. Das letzte befand sich in der Nordstraße 11.

Am 17.02.1943 sollte Karl Kurt Herbert Weil (40 Jahre) deportiert werden. Er entzog sich seiner Deportation, indem er Selbstmord beging und sich aus dem Fenster des Hauses in der Nordstraße 11 stürzte.

 

Recherchen: Erich-Zeigner-Haus e.V. in Zusammenarbeit mit Rolf Kralovitz