Arnold Hammerstein und Tochter Ester Sonja

Arnold Hammerstein wurde am 15. März 1892 in Berlin geboren. Er war mit der Nichtjüdin Marie Martha Hammerstein, geb. Lutze, verheiratet, die dann zum Judentum konvertierte. Arnold Hammerstein war Kaufmann und Bücherrevisor; er gehörte zu den jüdischen Männern, die im Zuge der Pogromnacht am 10. November 1938 verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht wurden. Ende November 1938 wurde er wieder entlassen und musste von nun an Zwangsarbeit bei der Leipziger Baufirma Böhmelt leisten. Aufgrund des Gesetzes „Über die Mietverhältnisse mit Juden“ verlor Arnold Hammerstein seine Wohnung und war gezwungen mit seiner Familie 1939 als Untermieter in ein sogenanntes „Judenhaus“ in der Packhofstraße 1 umzuziehen.

Am 22. Februar 1943 wurde Herr Hammerstein wegen „Nichttragen des Judenstern“ verhaftet und am 10. April 1943 nach Auschwitz deportiert, wo er vermutlich im Januar 1945 zu Tode kam. Er wurde 53 Jahre alt.

Seine Tochter Ester Sonja war nach der nationalsozialistischen Rassentheorie ein sogenannter „Mischling“. Sie hatte noch einen jüngeren Bruder namens Sascha (geb. 1929) und eine Halbschwester, Elfriede Ruth (geb. 1921). Ester wurde als Näherin zur Zwangsarbeit verpflichtet und musste in einer Altkleiderverarbeitung in der Leipziger Roscherstraße arbeiten. Kurz vor ihrem 17. Geburtstag wurde sie am 10. Mai 1942 nach Bełżyce bei Lublin deportiert. Das letzte Lebenszeichen erhielt die Familie im September 1942. Sie wurde im KZ Majdanek ermordet.

Ihr Bruder Sascha Hammerstein überlebte das Ghetto Theresienstadt.

 

Quelle: Ellen Bertram: Menschen ohne Grabstein, Leipzig, 2011.
Recherchen: Arwed-Roßbach-Schule Leipzig