Margarete und Georg Seeligmann

Georg Seeligmann wurde am 27.4.1895 in Breslau geboren. Er war mit Margarete Seeligmann (geb. Raatz, 26.2.1943 in Stettin) verheiratet. Frau Seeligmann war verwitwet und brachte einen Sohn mit in die Ehe. Die Ehe wurde jedoch 1931 geschieden. Georg Seeligmann lebte in den 1930er Jahren in Leipzig mit verschiedenen Adressen. Es ist über diese Zeit nicht viel bekannt. Er war Kaufmann und Angestellter der Häutefirma S. Rosenfelder & Sohn. 1936 lebten beide wieder zusammen in der Stadt. Es ist anzunehmen, dass die Ausgrenzung der Juden Frau Seeligmann veranlasste, ihren jüdischen ehemaligen Gatten durch eine sogenannte „Mischehe“ zu schützen. Als beide im Frühjahr 1939 nach Belgien auswanderten, gaben sie sich als verheiratet aus.

Nach der deutschen Besetzung wurde Herr Seeligmann wegen sogenannter „Rassenschande“ verhaftet. Er war vom 14.9.1942 bis zum 3.10.1942 in Aachen und dann bis zum 26. 10.1942 im Berliner Polizeigefängnis inhaftiert, bevor er in das Rigaer Ghetto deportiert wurde. Drei Tage später erreichte der Transport sein Ziel. Georg Seeligmann (47 Jahre) starb am 29.10.1942.

Auch Margarete Seeligmann war bis 1942 in Berlin inhaftiert. Wann sie nach Auschwitz deportiert wurde, ist nicht bekannt. Margarete Seeligmann (46 Jahre) kam am 2.5.1943 ums Leben. Der Lagerarzt Dr. Rohde „diagnostizierte“ „ Lungenentzündung mit Herzschwäche“.

 

Quelle: Ellen Bertram: Menschen ohne Grabstein, Leipzig, 2011

Recherchen von Anna Kelliher (Ur-Ur-Nichte von Georg Seeligmann)