Familie Szyia

Schülerinnen und Schüler der Max-Klinger-Schule Leipzig recherchierten in einem Projekt des Erich-Zeigner-Haus e.V. nach ehemaligen jüdischen MitschülerInnen, die durch die NS-Diktatur ums Leben kamen. Dabei stießen sie auf das Schicksal von Rosa Szyja (*22.3.1920 in Leipzig) und ihrer Familie. In Leipzig lebte sie seit 1913 mit ihren Eltern Frieda Jitka (geb. Kochanski; *9.11.1885 in Łódź) und Jonas Chaim Szyja (*27.08.1885 in Zgierz) sowie ihren vier Brüdern Max (*18.5.1911 in Łódź), Robert (*10.6.1913 in Leipzig), Leo (*14.4.1915 in Leipzig) und Alfred (*14.4.1922 in Leipzig). Von 1930 bis 1934 war Rosa Schülerin der Max-Klinger-Schule.

Im Zuge der sogenannten „Polenaktion“ am 28. Oktober 1938, als alle Juden polnischer Staatszugehörigkeit nach Polen ausgewiesen werden sollten, wurden Rosa und Leo zusammen mit ihren Eltern abgeschoben. Robert ereilte dieses Schicksal von Dortmund aus. Sie fanden zunächst in Łódź Zuflucht. Alfred war bereits am 21.8.1938 nach Litauen emigriert, auch Max gelang noch im selben Jahr, am 14.12, die Flucht in die USA.

Nach der deutschen Besetzung Polens wurde Łódź in Litzmannstadt umbenannt und dort ein Ghetto eingerichtet. Hier starb Rosas Mutter am 15.3.1943. Im August des darauffolgenden Jahres deportierte man den Rest der Familie in das KZ Auschwitz. Vater Jonas kam von da aus in das KZ Neuengamme, wo er am 9.11.1944 umkam.

Einzig Robert Szyja überlebte. Er kam nach dem Krieg nach Leipzig zurück und siedelte kurze Zeit später in die USA über.

 

Paten: Max-Klinger-Schule Leipzig