Richard Lipinski

Richard Lipinski, geboren am 6.2.1867 in Danzig, war ein hochrangiger SPD-Funktionär. Seine Kindheit war geprägt von bitterer Armut, so dass er bereits als Kind zum Lebensunterhalt der Familie beitragen musste. Als seine Mutter 1882 mit den vier Kindern nach Leipzig zog, kam Richard Lipinski mit der hier sehr starken Arbeiterbewegung in Kontakt. Im Jahr 1890 wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und wurde nebenberuflicher Journalist. Er schrieb für die sozialdemokratische „Leipziger Volkszeitung“. Von 1907 bis 1933 war er Vorsitzender des SPD-Bezirkes Leipzig. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts begleitete Richard Lipinski viele Funktionen in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung und prägte deren Entwicklung maßgeblich mit. So war er z.B. zwischen 1920 und 1933 Mitglied des Reichstages. Am 23. März 1933 stimmte er im Reichstag gegen das sogenannte Ermächtigungsgesetz. Das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ bedeutete das Ende der Demokratie der „Weimarer Republik“ und stattete Hitler mit einer „Generalvollmacht“ an allen gesetzgebenden Organen vorbei aus.

Als prominenter Sozialdemokrat und ehemaliger sächsischer Innenminister kam Richard Lipinski im April 1933 für einige Wochen in „Schutzhaft“. Er wurde misshandelt und im Winter 1934/35 wegen des Vorwurfs des „Hochverrats“ erneut in Untersuchungshaft genommen. Von den Folgen der Haft konnte er sich nicht mehr erholen. Richard Lipinski (69 Jahre) starb am 18.4.1936 in Bennewitz bei Wurzen.

 

Pate: Dr. Michael Rudloff