Familie Weiss

Über die Familie Weiss ist nicht viel bekannt. Moses Weiss wurde am 14. Oktober 1890 in Jasienica (Galizien) geboren und seine Frau Chawe (geb. Flaschmann) am 17. Februar 1891 in Brody (Galizien). Frau Weiss war die Schwester von Max Flaschmann, für dessen Familie Stolpersteine in der Ernst-Pinkert-Str. 9 liegen. Die Eheleute Weiss hatten vier Kinder: Herta (*14.5.1922), Lothar (*23.9.1923), Lea(*21.12.1926 in Leipzig) und Meta Weiss (*25.8.1929 in Leipzig).

Die Familie wohnte im Ranstädter Steinweg 29. Durch Kriegszerstörungen, Abriss des Naundörfchens und Neubebauung entstand im Laufe der Jahre dort ein ganz neuer Grundriss. Bis dahin war die Bebauung sehr kleinteilig, d.h. auf dem Abschnitt bis zur Thomasiusstraße befanden sich die Hausnummern 25 bis 49. Der historische Wohnort der Familie befindet sich heute ungefähr zwischen Hausnummern 11 und 13.

Im Zuge der sogenannten „Polenaktion“ am 28. Oktober 1938, als alle Juden polnischer Staatszugehörigkeit nach Polen ausgewiesen werden sollten, schob man auch die Familie Weiss ab – bis auf Hertha, die am 14. Februar 1938 nach Palästina emigrieren konnte. Vater Josef war zunächst in Kraków und wurde schließlich im KZ Auschwitz ermordet. Weiterhin ist bekannt, dass Lothar Weiss den Massenmord überlebte und nach dem Krieg nach London ging. Über den Schicksalsweg Chawes und der beiden Mädchen ist nichts bekannt.

 

Recherchen: Achim Beier (AG Stolpersteine)