Hermann Liebmann

Hermann Liebmann wurde am 18. August 1882 in Paunsdorf geboren. Er erlernte den Beruf eines „Formers“, der in Gießereien Gussformen herstellte.

Er trat 1905 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands - SPD bei. Von 1913 bis 1933 arbeitete Liebmann als Journalist und war Redakteur der Leipziger Volkszeitung. Aus Protest gegen die gemäßigte Oppositionspolitik des Parteivorstandes im I. Weltkrieg (Burgfriedenspolitik) trat er 1917 der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands – USPD bei. Während der Novemberrevolution 1918 gehörte Liebmann dem Leipziger Arbeiter- und Soldatenrat an. Ab 1920 war er Mitglied des Sächsischen Landtages. Mittlerweile wieder Mitglied der Mehrheits-SPD, verantwortete er 1923/24 das Sächsische Innenministerium. Als Innenminister sah er seine Aufgabe darin, die nationalistischen rechten Aktivitäten zu bekämpfen. In ihnen sah er die größte Gefahr für die junge Weimarer Republik. Bis 1933 begleitete er verschiedene Funktionen in der SPD-Landtagsfraktion.

Hermann Liebmann wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verhaftet und in den Konzentrationslagern Hohenstein und Colditz gefangen gehalten. In der Haft wurde ihm ein Auge ausgeschlagen. Als er 1935 entlassen wurde, war er schwer krank. Kurz danach starb Hermann Liebmann (53 Jahre) an den Folgen der Folterungen.

Quelle: Dr. Dieter Kürschner