Familie Klarfeld

Das Schicksal der Familie Klarfeld wurde durch die Verlegung von Stolpersteinen für Pepi Mohr und ihre Tochter Eva am 3. Mai 2014 in der Berliner Str. 14 bekannt. Die junge Frau konnte mit ihrer Tochter seit 1937 bis zu ihrer Abschiebung nach Polen Anfang 1938 bei der Familie in der Berliner Str. 17 Zuflucht finden.

Simon Klarfeld wurde am 26.06.1898 in Drzewica (Russ.-Polen) geboren, seine Frau Irma, geb. Migus, am 06.02.1902 in Wolbrom (Österr.-Polen). Die beiden Töchter Lena (25.06.1925) und Thea (15.03.1927) kamen in Halberstadt zur Welt. Die junge Familie siedelte 1930 nach Leipzig über. Hier wurde am 26.02.1932 Sohn Georg geboren. Bis 1936 wohnte die Familie in der Wittenberger Str. 34, bevor sich ihre Wege mit Pepi Mohr in der Berliner Straße kreuzten.

Am 28.10.1938 konnte die als „staatenlos“ geltende Familie in die Niederlande emigrieren. Sie lebte in Amsterdam. Nachdem die Nationalsozialisten die Ermordung der europäischen Juden beschlossen hatten, kam die gesamte Familie in das Lager Westerbork.

Lena Klarfeld (17 Jahre) wurde am 28.09.1942 nach Auschwitz deportiert und am 30.09.1942 ermordet.

Vater Simon Klarfeld (45 Jahre), Mutter Irma (41 Jahre), die Kinder Thea (16 Jahre) und Georg (11 Jahre) wurden am 21.09.1943 nach Auschwitz deportiert und am 24.09.1943 ermordet.

Quelle: Ellen Bertram: Menschen ohne Grabstein, 2011

Recherchen: Dr. Konrad Soyez