Familie Sporn

Die Eheleute Sporn zogen Anfang der 1920er Jahre mit ihren drei Töchtern von Galizien nach Leipzig. Isaak David Sporn wurde am 21.04.1881 in der Nähe von Stanislau geboren, seine Frau Amalie (geb. Binder) am 23.03.1882 in Kalusz.

Regina kam am 22.03.1908, Sara am 11.02.1910 und Peppi am 24.03.1912 zur Welt. In Leipzig wurde am 24.12.1922 ihr Sohn Oskar geboren.

David Sporn war gelernter Buchhalter / Bücherrevisor. In Leipzig versuchte er seine Familie durch den Handel mit Fellen und Rauchwaren zu versorgen. Es gelang ihm jedoch nicht, in Leipzig wirtschaftlich Fuß zu fassen. Die einheimischen Händler hatten kein Interesse am Zuzug „ausländischer“ Arbeitnehmer. Ebenso schlugen seine Bemühungen, deutscher Staatsbürger zu werden, fehl.

Die Familie wohnte 1935 in Großpösna im Ewald-Schröder-Ring 5 (heute Am Ring 5).

Nach 1936 erfolgte die Ausweisung der Familie nach Polen. Erst nach der deutschen Besetzung Polens findet sich eine weitere Spur der Familie im Ghetto Litzmannstadt (Lodz). Während Regina und Peppi noch nach Palästina fliehen konnten, kamen David, Amalie und Oskar im Ghetto ums Leben.

Sara Sporn war seit ihrem 10. Lebensjahr infolge einer Hirnhautentzündung schwer krank. Mit den Jahren wurde sie zum Pflegefall und 1933 zum ersten Mal in ein Heim gebracht. Nach verschiedenen Klinikaufenthalten im St. Georg Krankenhaus Leipzig und im Klinikum der Universität Leipzig wurde sie am 09.03.1937 in die Anstalt Hubertusburg (Wermsdorf) überführt. Im Rahmen der „Euthanasie“-Verbrechen der Nationalsozialisten kam Sara Sporn am 16.04.1940 mit einem Sammeltransport in das psychiatrische Krankenhaus Hochweitzschen. Dort wurde sie am 23.04.1940 ermordet.

 

Recherchen und Paten: Pfrin. Christiane Thiel und Junge Gemeinde Holzhausen