Josef Deutsch

Der spätere Arzt Josef Deutsch wurde am 13. Oktober 1901 als erstes von drei Kindern des Leipziger Gewandhaus-Cellisten Adolf Deutsch und dessen Ehefrau Josefine in Leipzig geboren. Von 1908 bis 1912 besuchte Josef Deutsch die Höhere Bürgerschule. Ostern 1912 wurde er in das König-Albert-Gymnasium zu Leipzig aufgenommen, das er 1921 mit dem Reifezeugnis verließ. Im gleichen Jahr begann er an der Leipziger Universität ein Medizinstudium. Hier legte er 1924 die ärztliche Vorprüfung ab und beendete das Studium erfolgreich im Wintersemester 1926/27. Am 16. März 1927 wurde Josef Deutsch promoviert.

Von 1928 bis 1932 arbeitete Dr. Deutsch an der Nervenklinik der Universität Leipzig, bevor er sich 1933 als Nervenarzt in eigener Praxis niederließ. Seine Praxis führte er in der Johannisgasse 3, wo er auch wohnte. Der am 1. Oktober 1938 wirksam werdende Entzug der Approbation nahm ihm jedoch die berufliche Existenz. Am 5. November 1938, also kurz vor der Pogromnacht, verließ Dr. Deutsch fluchtartig Leipzig und ging in die Tschechoslowakei.

Später floh er abermals und hielt sich nachweislich ab dem 14. April 1940 in Zagreb auf. Er schloss sich dort offensichtlich der Widerstandsbewegung an und wurde bei einer deren Aktionen verhaftet. Sein weiteres Schicksal kann allerdings nicht eindeutig belegt werden.