Ingeborg Gebhardt

Ingeborg Emma Maria Gebhardt wurde am 22. November 1933 in Leipzig geboren. Vater und Großvater waren Viehhändler und laut der Patientenakte alkoholabhängig. Es ist anzunehmen, dass Ingeborg und ihre Mutter die ersten zwei Jahre im Mutter- und Säuglingsheim in Leipzig lebten.

Die Aufnahme des "angeboren schwachsinnigen" Kindes und seiner einzigen Puppe im Katharinenhof Großhennersdorf erfolgte im Mai 1936. Das der Krankenakte beiliegende Foto zeigt ein ängstlich blickendes, kleines Mädchen, dessen blondes Haar von einer großen Schleife geziert wird. Die jährlichen Entwicklungsberichte der Stationsschwestern erzählen von einem Kind, das über jede Zuwendung glücklich ist, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Laufen und Sprechen beginnt, bemüht ist, „Hänschen Klein“ mitzusingen, eine Diphtherie und zahlreiche schwere Infekte überlebt und "... immer vergnügt ist". Im Jahr 1940 werden die Akteneintragungen immer spärlicher. Am 27. September 1940 wurde Ingeborg nach Großschweidnitz verlegt.

Die Akte schließt am 2. Oktober 1940 mit der gestempelten Feststellung: "Im Sammeltransport verlegt gemäß Verordnung Xc 60101 vom 29. Mai 1940". Ingeborg Emma Maria Gebhardt wurde nach Ankunft in Pirna Sonnenstein sofort in der Gaskammer ermordet. Ihr Stolperstein soll stellvertretend für all die namenlosen Kinder mit gleichen Schicksalen verlegt werden.

Patin: Sabine Rehfeld

Quelle: Bundesarchiv Berlin