Aron Lederberger und Familie

Aron Lederberger gehörte einer in Leipzig nicht unbekannten Familie an. So waren u.a. zwei seiner Brüder die Geschäftsführer der 1912 gegründeten Luna-Park GmbH (Auensee).

Aron Lederberger wurde am 25.1.1892 in Krakau geboren. Seine Eltern kamen mit den sechs Kindern im Jahr 1900 nach Leipzig. Aron heiratete Jetty Wanderer, die am 27.1.1894 in Leipzig geboren wurde. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Ester (Jg. 1919), Salomon (geb. 15.5.1922) und Rosa (geb. 11.2.1928).

Aron Lederberger war zusammen mit seinem Bruder Feiwel Inhaber einer Rauchwarenfirma am Brühl.

Im Juli 1936 konnte Esther nach Palästina auswandern. Ein Foto belegt, dass die Eltern zur Hochzeit ihrer Tochter in Palästina zu Gast waren (etwa 1937/38), anschließend aber wieder nach Deutschland zurückgefahren sind.

Als am 28.10.1938 viele Menschen mit einem polnischen Pass über die Grenze nach Polen abgeschoben wurden, gehörte auch die Familie Lederberger dazu. Von Krakau aus versuchte Aron mit Hilfe seines noch in Leipzig lebenden Bruders Isaak, die Geschäfte seiner Firma zu organisieren. Im Juli 1939 kam er noch einmal für einen Monat nach Leipzig zurück, um seine Firma endgültig abzuwickeln.

Im Jahr 1944 wurden Aron (52 Jahre) und Jetty Lederberger (50 Jahre) im Vernichtungslager Bełźec ermordet. Rosa Lederberger (16 Jahre) kam im KZ Bergen-Belsen ums Leben.

Salomon Lederberger konnte sich mit anderen jüdischen Gefangenen im besetzten Polen verstecken und überlebte. Im Juli 1945 schreibt Salomon an seine Schwester Esther in Israel:

„[…] Deine Freude, dass ich noch lebe, wird aufgehen in der Trauer, dass ich allein nur geblieben bin. Aber wenn Du die Verhältnisse in Polen während der deutschen Herrschaft kennen würdest […], so wirst Du Dich nicht wundern über die Tatsache, dass unsere lieben Eltern und die liebe Rosi nicht leben, sondern darüber, wieso es mir geglückt ist, am Leben zu bleiben. […] Als ich aus dem Versteck heraus kam, war ich sehr krank und schwach. Kein Wunder: 28 Monate im Finstern liegen oder sitzen (aufstehen unmöglich) ohne ausreichendes Essen, ohne Wasser, auf der nackten Erde, Sommer und Winter in draußen, ohne die Möglichkeit die Wäsche zu wechseln und dich zu waschen, in ständigem Todesschreck und in schrecklichen seelischen Leiden! […]“

 

Quellen:

Ellen Bertram: Leipziger Opfer der Shoa, 1915

Familienunterlagen