Familie Febus Feiwel Rimalower

Feiwel Rimalower wurde am 22. Januar 1885 in Tarnopol geboren. Im Jahr 1888 siedelten seine Eltern Abraham und Fanny Rimalower (siehe Stolperstein Ludwig-Erhard Str. / Ecke Ranftsche Gasse) nach Leipzig über. Feiwel lernte im Pelzwaren-Handel und leistete von 1914 bis 1918 Kriegsdienst. Nach Kriegsende gründete er zusammen mit seinem Schwager Samuel die Firma Kurzmantel & Rimalower. Seit 1912 war Feiwel mit Marie Kurzmantel verheiratet, die am 15. Juli 1890 in Glogow geboren wurde und mit ihrer Familie seit 1899 in Leipzig lebte. Die gemeinsame Textilwarenfirma wurde 1922 in eine GmbH umgewandelt, um den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu begegnen. Bis 1930 arbeitete die Firma mit regelmäßigen Überschüssen. Zum Eigentum der Familien gehörten auch einige Grundstücke in Leipzig, so auch die Humboldtstr. 6, in der die Familie Rimalower wohnte. Der erste Sohn Harry wurde am 3. September 1913 in Leipzig geboren. Es folgten Wolfgang (geb. am 6. April 1919) und Rita (geb. am 11. Februar 1924). Die Einbürgerung der Familie als deutsche Staatsbürger erfolgte 1929.
Ab 1931 schlug sich die allgemeine Krise auch auf die Firma nieder, so dass die beiden Geschäftsführer 1932 Konkurs anmelden mussten, der 1933 aber abgewendet werden konnte. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten verschlechterte sich die Situation der Familie zunehmend. Sie wurde systematisch enteignet.
Den Eltern gelang es noch rechtzeitig, ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Harry floh 1936 nach Brasilien und Wolfgang im Januar 1939 über Antwerpen nach Argentinien. Im April 1939 gelang es noch, Rita mit einem Kindertransport nach Schottland (Glasgow) zu bringen. Ab Anfang 1939 verschärfte sich der Druck auf Feiwel Rimalower, die Grundstücke zu verkaufen. Als Vorwand diente die Begleichung noch ausstehender Steuerschulden. So kaufte z.B. im Februar 1939 der am Reichsgericht beschäftigte Justizrat Heinrich Schrömbgens drei Häuser der Familie für ca. 66.000 RM. Durch die nationalsozialistische Gesetzgebung wie die sog. „Judenvermögensabgabe“ oder die „Reichsfluchtsteuer“ sahen die Eigentümer nichts von dem Geld. Später wurde Schrömbgens als alter Studienfreund von Konrad Adenauer in der jungen Bundesrepublik an den Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestellt.
Nachdem die Eheleute Rita in Sicherheit wussten, hielten sie dem Druck scheinbar nicht mehr Stand und flohen im April 1939 nach Polen und lebten in Kraków. Durch die hohe Anzahl jüdischer Flüchtlinge in der Stadt gehörten die Eheleute zu den Menschen, die ab Sommer 1940 zwangsausgesiedelt wurden. Im November 1940 mussten sie nach Tyczyn an der sowjetischen Grenze umziehen. Nach 1942 verliert sich ihre Spur. Feiwel Rimalower war 57 Jahre alt, seine Frau Marie 52 Jahre.

Paten: Nachfahren der Familie Rimalower aus der Schweiz, Schottland, USA